Beobachtungs-Station Nr. 5: Das Brenner Moor als Deponiegebiet

1. Warum war die Wertschätzung des Moores früher so gering?

Moore galten als unordentliche, unkultivierte Natur. Die Oldesloer Stadtarchivarin Frau Dr. Zander zitiert in ihrem Buch über die Trave (2005, siehe Literaturliste) aus Schriften aus der Mitte des 18. Jahrhunderts: Moore galten als „unnütz“ und „wüst“ und waren von „schlechtem, unbrauchbarem Stande“. Es fehlte ihnen „an der nötigen Kultur“. Diese Einschätzung hat sich bis in unsere Tage erhalten, wenn sich zum Beispiel Besucher der Wolkenweher Niederung über die heutige Unordnung beklagen und die früher schön kurz gefressenen Weiden und gemähten Wiesen vermissen.

2. Welche Bedeutung hat das Moor für mich?

Hier muss jeder selbst überlegen, was er oder sie mit Mooren, speziell mit dem Brenner Moor, bereits erlebt und erfahren hat.

3. Welche Stoffe könnten in dem Wasser, das aus der Deponie kommt, enthalten sein?

In Bad Oldesloe wurde bis ca.1970 sowohl Hausmüll als auch Gewerbemüll in diese Deponie gebracht. Noch in den 80er Jahren konnte man am Rande der Deponie große Chemiefässer offen liegen sehen. Sie sind heute mit Boden abgedeckt. Es gab in Bad Oldesloe eine Reihe von produzierendem Gewerbe, unter anderem die Branchen Chemie, Eisen- und Stahl, Möbelbau, Gerberei, Maschinenbau. Deren Abfälle liegen hier unter den Abdeckschichten. Es kann also eine Vielzahl von Schadstoffen in der Deponie liegen, z.B. Schwermetalle.

4. Wie sind die Chancen, die schädlichen Stoffe zu bergen und unschädlich zu machen?

Die Deponie am Brenner Moor ist nicht nach unten abgedichtet, so dass durch Sickerwässer Schadstoffe in den Untergrund einsickern können. Es gibt keinen Plan, der zeigt, wo welche Müllsorten abgelegt wurden. So sind die Chancen gering, Stoffe zu bergen und unschädlich zu machen.